Tagsüber klappt es ohne Schnuller schon ganz gut, aber abends und nachts will dein Kind ihn unbedingt. Das ist die schwerste Etappe. Mit einem Plan und etwas Geduld schafft ihr den Abschied trotzdem ohne großes Drama.
Hier erfährst du, wann du anfangen solltest, welche Wege sanft funktionieren und was nachts hilft.
Das Wichtigste in Kürze
- Plan: erst tagsüber reduzieren, dann abends und nachts.
- Gut ist ein Start zwischen dem siebten und zwölften Monat oder später in einer ruhigen Phase.
- Spätestens mit zwei bis drei Jahren sollte der Schnuller weg sein.
- Starte nicht mitten im Umzug, bei Krankheit, Zahnen oder neuem Geschwisterkind.
- Ritual, Nähe und ein Ersatzbegleiter machen den Abschied leichter.
Warum abgewöhnen?
Langes Nuckeln erhöht das Risiko für Zahn- und Kieferfehlstellungen und für Mittelohrentzündungen. Außerdem hängt Einschlafen und Weiterschlafen oft am Schnuller, und du bist nachts der Nachlege-Service. Warum das kritisch ist, steht im Artikel Schnuller zum Einschlafen.
Der richtige Zeitpunkt
| Alter | Was passt |
|---|---|
| 7 bis 12 Monate | Das Saugbedürfnis lässt nach. Gut für einen sanften Start. |
| Im zweiten Jahr | Nur noch zum Schlafen anbieten. Trotzphase beachten. |
| Mit 2 bis 3 Jahren | Deutlicher Abschied, am besten mit Ritual und Erklärung. |
Wähle eine ruhige Zeit. Vermeide große Veränderungen wie Umzug, Kita-Start oder Geburt eines Geschwisterkinds.
So gehst du Schritt für Schritt vor
- Tagsüber reduzieren: Schnuller nur noch zum Schlafen oder im Trösten. Aus dem Spiel nehmen.
- Abends in der Bettzeit: Erst Ritual, dann Schnuller zum Einschlafen. Tausche ihn gegen eine andere Beruhigung aus, wenn dein Kind wach ist.
- Nachts nicht reinstecken, wenn dein Kind schläft. Wenn es aufwacht, tröste zuerst mit Nähe.
- Abschied feiern: Ein klarer Tag, an dem der Schnuller geht. Bei Kleinkindern funktioniert die Schnullerfee, der Schnullerbaum oder das Abgeben an ein Baby.
- Konsequent bleiben: Wenn er weg ist, bleibt er weg. Ein Rückfall am dritten Abend macht alles schwerer.
Die Schnullerfee und andere Rituale
- Schnullerfee: Dein Kind legt den Schnuller abends raus, am Morgen liegt ein kleines Geschenk da.
- Schnullerbaum: Der Schnuller wird an einen Baum gehängt, den ihr besucht.
- Schnuller für ein neues Baby: Dein Kind gibt ihn jemandem, der ihn noch braucht.
- Ein Brief oder ein Bild als Abschied.
Erkläre das Ganze kurz und positiv. Drohen oder Versprechen, die du nicht halten kannst, vermeiden.
Was nachts hilft
- Nähe: Hand halten, streicheln, leise sprechen. Nicht zu schnell Licht und Spiel.
- Anderes Saugen oder Kauen: Trinken, Wasser aus dem Becher, tagsüber Kauen als Ersatz.
- Ein Kuscheltier ab dem ersten Geburtstag, das dein Kind selbst wählt.
- Festes Ritual mit Buch, Lied, Kuscheln. Mehr dazu in der Abendroutine.
- Immer dasselbe Lied: Unser Rockie spielt dein Lieblingslied als Schlaflied-Version und gibt dem Einschlafen einen neuen Anker. Er hat Timer und Lautstärkebegrenzung, braucht kein WLAN und keine App. Du findest ihn im Schlaf-Gut-Set.
Wenn es nicht klappt
- Pause machen und in ein paar Wochen neu anfangen. Das ist keine Niederlage.
- Nicht jede schlechte Nacht kommt vom Abschied. Auch Zahnen und Entwicklungsschübe stören: Schlafregression.
- Bei starker Angst oder langer Abhängigkeit sprich mit der Kinderärztin oder dem Zahnarzt.
FAQ
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Entweder zwischen sieben und zwölf Monaten oder später in einer ruhigen Phase. Vermeide Umbrüche.
Soll ich den Schnuller abrupt wegnehmen?
Das klappt bei manchen Kindern, die meisten kommen mit einem Plan leichter zurecht.
Wie lange dauert die Umstellung?
Meist ein paar Nächte bis zwei Wochen. Die Nächte sind am schwersten.
Funktioniert die Schnullerfee wirklich?
Bei Kindern ab etwa zwei Jahren oft gut, wenn sie die Geschichte verstehen.
Mein Kind sucht ihn nachts. Was tun?
Tröste es, bleib ruhig, biete Nähe. Ein kurzer Besuch am Bett reicht oft.
Soll ich einen Ersatz-Schnuller verstecken?
Besser nicht. Das verlängert den Abschied und verwirrt dein Kind.
Mein Kind lutscht jetzt am Daumen.
Das passiert manchmal. Bleib gelassen, biete Alternativen und bei Dauer sprich mit der Kinderarztpraxis.
Fazit
Der Abschied vom Schnuller ist eine Gewöhnung, kein Kampf. Wähle eine ruhige Zeit, geh in Schritten vor, mach daraus ein kleines Fest und bleib konsequent. Nähe und ein festes Ritual helfen nachts am meisten.





